Ortsgeschichte
In einer Talweitung der Ammer (ca. 20km nördlich von Garmisch-Partenkirchen) gelegen und von den Vorbergen der Ammergauer Alpen umgeben, ist ein beliebter Luftkur- und Wintersportort sowie ein bekanntes Zentrum der Holzschnitzerei. In aller Welt bekannt aber ist Oberammergau wegen der Passionsspiele. Bis zur Mitte des 16.Jh.s war Oberammergau ein wichtiger Umschlagplatz an der Handelsstraße von Augsburg über Mittenwald nach Venedig. Die Bildschnitzerei ist seit dem 16.Jh. nachweisbar. Das malerische Straßenbild des Orts prägen die Darstellungen an den Häuserfassaden, die „Lüftlmalerei“. Der berühmteste Lüftlmaler, Franz Seraph Zwinck (1748 – 1792 ), stammte aus Oberammergau. Sein Meisterwerk ist das Pilatushaus in der "Ludwig-Thoma-Straße". Vom Wessobrunner Meister Joseph Schmuzer wurde die Pfarrkirche St. Peter und Paul um 1740 erbaut. Besonders bemerkenswert sind die Gewölbe- und Kuppelfresken vom M.Günther. In der "Dorfstr. 8" lohnt das Heimatmuseum einen Besuch. Breiter Raum wird der Schnitzerei gewidmet, besonders mit der Krippensammlung, deren Glanzpunkt die Krippe aus der Oberammergauer Pfarrkirche mit ca. 120 Figuren (18. Jh). Gezeigt wird ferner Deutschlands größte Sammlung von Hinterglasbildern. In der "Dorfstraße 20" wurde 1867 der Schriftsteller Ludwig Thoma geboren. Am östlichen Ortsrand, nahe der Talstation der Laber-Bergbahn liegt das große Alpenbad „WellenBerg“.
Am Nordrand des Orts steht das Passionsspielhaus mit offenem, die Landschaft einbeziehenden Bühnenhaus (Führungen). Die Passionsspiele fanden 1634 zum ersten Mal statt. Anlass war ein im Pestjahr 1633 gegebenes Gelöbnis, dass alle zehn Jahre die Spiele aufgeführt werden sollen. Die nächste Aufführung erfolgt im Jahre 2020. Sie finden jeweils von Mitte Mai bis Ende September statt und sind das Oberammergauer Ereignis schlechthin. Die Darsteller sind ausschließlich Laienspieler, die entweder in Oberammergau geboren sind oder mindestens 20 Jahre dort wohnen. Für die über 100 Aufführungen einer Spielzeit werden über 2000 Darsteller – von der Hauptrolle des Christus bis zum kleinen Komparsen – benötigt. Eine Vorstellung dauert sechs Stunden. Der älteste Text des Oberammergauer Spiels beruht auf zwei Augsburger Passionsspielen; für die Passionsspiele 2000 erfolgte eine umfassende Neubearbeitung des Textes, der Musik und der Dramaturgie.