Wasser

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1)

Die Gemeinde Oberammergau ist in der erfreulichen Situation, über eine gesicherte Versorgung mit Trinkwasser in mehr als ausreichender Menge und hervorragender Qualität zu verfügen. Trotzdem bemüht sich die Gemeinde, möglichst sparsam und sorgsam mit unserem wichtigsten Lebensmittel umzugehen. Neben dem Einsatz von Wasserspareinrichtungen wie Perlatoren, Spartasten u. ä. in den gemeindlichen Einrichtungen kommt in Oberammergau vor allem der Sanierung bzw. Verbesserung des Trinkwasserleitungsnetzes eine große Bedeutung zu. Durch die konsequente und kontinuierliche Erneuerung der Wasserleitungen, Lecksuche und deren Beseitigung konnten die jährlichen Wasserverluste innerhalb von 5 Jahren um nahezu 50 % reduziert und dadurch die Förderung an Trinkwasser stark gesenkt werden.

 

2)

Eine enorme Menge Trinkwasser spart die Gemeinde auch durch die Verwendung natürlichen Quellwassers für das Bade- und Freizeitzentrum „WellenBerg“. Naturgemäß werden in einem Bad erhebliche Mengen an Wasser für die Schwimmbecken benötigt. Häufig wird hierfür Trinkwasser aus dem gemeindlichen bzw. städtischen Leitungsnetz entnommen. Oberammergauer hat dagegen für diesen Zweck alte Quellen wieder in Betrieb genommen, die in früheren Jahren zur Versorgung mit Trinkwasser beigetragen haben, dafür aber heute ohne die Zugabe von Chlor nicht mehr verwendet werden dürfen. Etwa 90 % des im „WellenBerg“ benötigten Wassers stammt aus diesen Quellen.

 

3)

Die Gemeinde hat schon sehr früh ihre Verantwortung für die Gewässerreinhaltung erkannt und in diesem Bewußtsein bereits im Hinblick auf das Passionsspieljahr 1960 eine mechanische Kläranlage errichtet. Der Ausbau der biologischen Stufe erfolgte in den Jahren 1966-68. Im Rahmen dieser Erweiterung wurde auch eine anaerobe Schlammstabilisation (Faulbehälter) errichtet, wobei das anfallende Methangas zur Beheizung der Gebäude und des Faulbehälters Verwendung fand.

 

4)

Im Jahr 1984 wurde zur Phosphatelimination die 3. Reinigungsstufe eingebaut. Die chemische Phosphatfällung, war damals allen Kläranlagenbetreibern, die in einen Vorfluter einleiten und der wiederum in einen See mündet, vom Gesetzgeber zur Auflage gemacht worden. In der gleichen Bauphase wurde ein Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert, das mit dem eigen erzeugten Methangas betrieben wird. Seitdem wird neben der thermischen Nutzung für die Kläranlage auch Strom erzeugt. Das BHKW fungiert dementsprechend auch als Notstromaggregat.

 

5)

Neben der mechanischen Kläranlage wurde vor dem Jahr 1960 auch die Kanalisation im Ort errichtet. Diese Fortschrittlichkeit in der Abwasserentsorgung hat zur Folge, daß Kläranlage und Kanalnetz nach über 40 Jahren Betrieb saniert werden mußten bzw. noch müssen. Die Kläranlage wurde in den Jahren 1996-99 grundlegend saniert und mit 2 Schlammstapelbehältern ausgerüstet. Zudem ist eine neue Rechenanlage mit Waschpresse sowie eine Sandwäscher installiert worden. Die Sanierung des Kanalnetzes läuft seit 1995 und wird kontinuierlich fortgeführt.

 

6)

Mit der 4. Ausbaustufe der weitergehenden Stickstoffelimination wurde im Jahr 2005 begonnen. Bei steigender Kläranlagenbelastung und gleichzeitiger Verschärfung der zulässigen Ablaufwerte entsprach die Kläranlage insbesondere im biologischen Anlagenbereich nicht mehr dem Stand der Technik. Die Anlage war nicht mehr in der Lage, die mit neuem Wasserrechtsbescheid geforderten Ablaufwerte einzuhalten.

 

Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Kläranlage auf 15.500 Einwohnerwerte wurden mit folgenden Schwerpunkten durchgeführt:

 

Durch die schwierigen Baugrundverhältnisse musste im Bereich von Belebungs- und Nachklärbecken eine Vielzahl von Betonfertigteilpfählen in den Untergrund gerammt werden. Der Neubaueiner modernen Belebungsanlagen mit Denitrikationsbecken und Nachklärung wurde in zwei getrennten Abwassertrassen durchgeführt, um Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bei Teilabschaltungen von Becken, vornehmen zu können.

 

Es wurde ein Maschinenhaus mit Zwischenpumpwerk errichtet.

 

Im Maschinenhaus sind die Pumpen für die Biologie sowie Verdichter für die Lufterzeugung der Belebungsbecken, eine Überschussschlammentwässerung und die Betriebswasserstation aufgestellt.

 

Im BHKW (Blockheizkraftwerk) das ebenfalls erneuert wurde, wird mit einem Klärgasmotor und einem Generator Strom erzeugt. Die anfallende Abwärme wird für Heizzwecke benutzt wie Faulbehälter, Gebäudeheizungen und Warmwasser. Für das BHKW benötigte Klär- oder Methangas wird im Faulbehälter durch Bakterien beim Abbauprozess erzeugt und in einem Gasbehälter zwischengelagert.

 

Im neuen Betriebsgebäude sind Büroräume, Umkleiden, Sanitär- und Sozialräume, das Labor zur Eigenüberwachung und Werkstatt untergebracht. Weiterhin die Zentrale Betriebssteuerung und Überwachung mit Prozessleitsystem unter Einbindung von Außenstationen, wie Hebeanlagen und Regenrückhaltebecken, des Kanalnetzes mit Fernwirkanlagen.

 

Die neuen Fahrzeughalle dient zum abstellen der Betriebsfahrzeuge und des mobilen Notstromaggregates.

 

An die Fahrzeughalle wurde die Schlammentwässerung angebaut, wo die Entwässerung des ausgefaulten Klärschlammes unter Zugabe von Flockungsmitteln mit einer Zentrifuge erfolgt. Der entwässerte Schlamm wird in Containern bis zur Abholung unter einer Überdachung zwischengelagert.

 

Die vorhandenen Vorklärbecken wurden umgebaut und mit einer biologischen Phosphat-elimination als unbelüftetes Mischbecken errichtet. Das unbelüftete Becken ist Voraussetzung für eine biologische Aufnahme von Phosphor in die Biomasse.

 

Mit der teilerneuerten- und sanierten Kläranlage ist die Gemeinde Oberammergau auf dem neusten Stand der Technik und trägt einen wesentlichen Teil zum Umweltschutz bei.

 

Der Oberammergauer Klärschlamm wird Dank seiner geringen Schadstoffinhalte, die weit unter den gesetzlichen Bestimmungen liegen, in der Landwirtschaft, zur Kompostierung und zur Rekultivierung eingesetzt.

 

Neben der Erneuerung und Sanierung von Kläranlage und Kanalnetz ist wegen des vorhandenen Mischkanalsystems und des für eine Regenwasserversickerung ungünstigen, meist lehmigen Untergrundes zur Entlastung des Vorfluters „Ammer“ die Errichtung von Regenrückhaltebecken und Stauraumkanälen notwendig gewesen. In diesen Bauwerken sammeln sich bei einem Starkregen die in den Kanälen abgelagerten Feststoffe, die nach dem Abklingen der Regenfälle dann dosiert der Kläranlage zur Reinigung zugeführt werden können.

 

Horak (Betriebsleiter)

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