Natur und Kultur aktiv erleben
- zwischen Oberammergau und Reutte - zurück

Im
Projekt “Natur und Kultur aktiv erleben - zwischen Oberammergau und
Reutte” wurde versucht touristische Nutzung und den Schutz der Natur- und
Kulturlandschaft in Einklang zu bringen. Ziel des Projekts, das gemeinsam mit
Reutte/Tirol durchgeführt wurde, war neben dem touristischen Angebot vor allem
auch eine Lenkung der Besucher entsprechend der Belastbarkeit der Landschaft:
die Schönheit der Gegend soll den Gästen gezeigt wer-den, ohne sie zu zerstören.
Dazu wurde ein attraktives Angebot an Informationsmaterialien mit erstellt. Das
grenzübergreifende Projektteam erarbeitete 18 Informationsbroschüren für
Einhei-mische und Gäste, Kinder/Jugendliche und Langläufer, die zum Teil auch
in englischer und niederländischer Sprache gedruckt wurden. Außerdem wurden
drei Projektmagazine und elf Informationstafeln erstellt. 88 Führungen,
Austauschveranstaltungen zwischen den Gemeinden und Schulen im Projektgebiet
sowie eine kontinuierliche Pressearbeit durch den Projektleiter, Herrn Michael
Schödl, komplettierten die Aktivitäten während des Projektzeitraumes von März
1998 bis Mai 2001.
Eine von Herrn Schödl durchgeführte Erfolgskontrolle ergab, daß die Materialien zahlreich von Gästen und Einheimischen mitgenommen bzw. betrachtet werden und sich der Bekanntheitsgrad unter den Gästen im Projektzeitraum verdoppelt hat. In der Presse wurde das Projekt vielfach aufgegriffen. Die Führungen waren mit durchschnittlich 15 Personen pro Veranstaltung gut besucht, was aber vor allem eine Folge des starken Interesses der Schulen an Umweltbildung war. Die Kinderangebote wurden dagegen wenig genutzt und auch die eigentlichen Nutznießer des Projektes - die Beherbergungsbetriebe - zeigten laut Schödl wenig Engagement.
Ein besonderes Augenmerk widmet die Gemeinde einer möglichst naturnahen Gestaltung der Gewässer im Gemeindegebiet. Ein Beispiel hierfür ist der naturnahe Ausbau des Flusses „Ammer“. In den 70er Jahren fand im Ortsbereich aus Hochwasserschutzgründen ein Regulierung der Ammer statt. Entsprechend der damals üblichen Ausbauweise hat die Ammer in diesem Bereich heute ein einheitliches Profil und eine gleiche Wassertiefe auf der ganze Sohle. Eine Bepflanzung im Uferbereich ist nur in geringem Umfang vorhanden. Nachdem Hochwässer in den Jahren 1979 und 1981 gezeigt hatten, daß durch die relativ kurze Verziehungsstrecke am Ende der Ausbaustrecke ein Rückstau entsteht, wurde ein weiterer Ammerausbau zum Schutz der Bebauung vor Hochwasser notwendig. Der Gemeinderat hat in diesem Zusammenhang die Anregung des örtlichen Bund Naturschutz aufgegriffen und im Rahmen der Planfeststellung einen naturnäheren Ausbau gefordert. Das Wasserwirtschaftsamt ist dieser Forderung nachgekommen und hat neben dem alten Flußbett einen neuen Flußarm geschaffen, der in einem Bogen nach einer Länge von rund 250 Metern wieder in den alten Flußlauf einmündet. Die alte, gerade Gewässerstrecke wurde zu einer Art „Altwasserarm“ umfunktioniert, indem sie durch einen Damm so abgesperrt wurde, daß bei Niedrigwasser der überwiegende Teil des Wassers durch den neuen Arm abfließt. Bei Hochwasser können beide Flußarme die Wassermassen aufnehmen. Der wesentliche Vorteil dieses Ausbaus liegt in der Erhaltung des größten Teiles des vorhandenen Bewuches und dem Entstehen einer kleinen Insel, die wegemäßig nicht erschlossen ist. Diese wurde nach der Begrünung und Bepflanzung sich selbst überlassen.
Beim Hochwasser an Pfingsten 1999, das in ganz Oberbayern verheerende Schäden anrichtete, wurden auch einige Häuser in Oberammergau überflutet. Unter anderem war dies darauf zurückzuführen, daß sich trotz der genannten Maßnahme immer noch ein Rückstau am Übergang zum alten Ammerbett bildete. Deshalb soll eventuell ein weiterer, ebenfalls naturnaher Ausbau der Ammer unterhalb des jetzigen Ausbauendes durchgeführt werden. Auf die geplanten Renaturierungsmaßnahmen im Ortsbereich muß dagegen wohl leider verzichtet werden, da bereits der vorhandene Bewuchs im Flußbett die Hochwassergefahr nicht unerheblich verstärkt hatte und durch zusätzliche Maßnahmen eine weitere Verschlechterung des Hochwasserschutzes zu befürchten ist.