Klimaschutz - Energie - Verkehr

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Durch den Beitritt zum „Klima-Bündnis“ hat sich die Gemeinde Oberammergau dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2010 zu halbieren. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist eine ganzes Bündel verschiedenster Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches, zum Einsatz regenerativer Energien sowie im Bereich Verkehr notwendig:

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem die Wärmetechnische Sanierung des Bade- und Freizeitzentrums „WellenBerg“. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen (u.a. Verbesserung der Wärmedämmung, Wärmeschutzverglasung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung) wurde die Energieversorgung erneut auf den Prüfstand gestellt, obwohl diese erst von Erdöl auf Erdgas umgestellt worden war. Ein speziell eingeholtes Gutachten ergab, daß der eigentlich favorisierten und unter ökologischen Gesichtspunkten auch gleichwertigen Holzhackschnitzelanlage unter ökonomischen Aspekten eindeutig ein Gasmotorblockheizkraftwerk vorzuziehen sei (je nach eingesetzter Technologie ergab sich eine Reduzierung des Energieeinsatzes um bis zu zwei Drittel) und die ebenfalls geplante Solarabsorber-Anlage sich nicht negativ auf die Wirtschaftlichkeit von BHKW oder Holzfeuerung auswirke. Seit 1997 wird der WellenBerg nun durch eine Solarabsorberanlage, ein Gasmotor-BHKW und einen Gas-Kessel mit Energie versorgt, wobei das BHKW rund 60% des gesamten Heizbedarfs und 55% des Stromverbrauchs erzeugt.

Eine nicht unerhebliche Menge Energie wird im „WellenBerg“ zudem durch die Verwendung natürlichen Quellwassers statt Trinkwassers für die Schwimmbecken eingespart. Die Gemeinde hat dafür alte Quellen wieder in Betrieb genommen, die in früheren Jahren zur Versorgung mit Trinkwasser beigetragen haben, dafür aber ohne die Zugabe von Chlor nicht mehr verwendet werden dürfen. Während das Wasser aus den oberhalb des Bades liegenden Quellen durch das natürliche Gefälle „von ganz allein“ in die Schwimmbecken gelangt, müßte es bei der Verwendung von Trinkwasser dem Brunnen entnommen und zu den Hochbehältern gepumpt werden. Dadurch werden pro Jahr ca. 45 000 kWh Strom eingespart. Dies entspricht einer CO2-Reduzierung um ca. 9 Tonnen (Berechnungsgrundlage: Bayerischer Kraftwerksmix: 1 kWh = 0,2 kg CO2).

Weitere Beispiele für Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen sind die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Grund- und Hauptschule, der Einsatz der Brennwerttechnik im gemeindlichen Kindergarten, die Nutzung des Klärgases in der Kläranlage zur Stromgewinnung, ein „Öko-Golf“ als Dienstfahrzeug für den Bürgermeister, die Verwendung von Energiesparlampen in allen öffentlichen Gebäuden und für die Straßenbeleuchtung und nicht zuletzt die Nutzung von Erdgas anstelle von Heizöl (Erdgas verursacht rund 26% weniger CO2-Emissionen wie Erdöl; 1998 wurden dadurch in Oberammergau 2.678 Tonnen CO2 eingespart).

Die Gemeinde hat im Jahr 1996 auch ein Energiegutachten für alle gemeindlichen Einrichtungen erstellen lassen. Das beauftragte Ingenieurbüro ermittelte ein kurz- und mittelfristiges Einsparpotential von ca. 9 % Energie bzw. 104,5 t CO2/a. Das Gutachten zeigte damit, daß die Gemeinde energietechnisch bereits auf einem sehr guten Stand war. Die im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen wurden inzwischen weitgehend umgesetzt.

Seit der Inbetriebnahme der Ortsumgehungsstraße im Dezember 1989 hat sich der innerörtliche Verkehr um die Hälfte reduziert. Insbesondere der innerörtliche Schwerverkehr ist stark zurückgegangen. Dadurch wurde eine er-hebliche Entlastung des Ortes vom Verkehr erreicht. Die durch das allgemein ständig anwachsende Verkehrsaufkommen verursachten Probleme und Belastungen konnten jedoch nicht vollständig beseitigt werden. Wie in den meisten Kur- und Ferienorten ist das Verkehrsaufkommen im Ort immer noch hoch. Dazu tragen neben den Einheimischen auch die Oberammergau besuchenden Gäste - und hier vor allem Tagesgäste und Reisebusse - bei.

Da die innerörtliche Verkehrsbelastung einer nachhaltigen Fremdenverkehrsentwicklung abträglich war, hat die Gemeinde bereits 1989 ein Verkehrskonzept entwickeln lassen. Dessen wichtigste Forderung, der Umbau von drei Verkehrsknotenpunkten zur Verkehrslenkung (Ziel: Herausführung des Hauptverkehrs aus dem unmittelbaren Zentrum), wurde in den Jahren 1993 bis 1995 verwirklicht. Die Umbauarbeiten zur Umgestaltung des Ortszentrums in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich wurden 1998 durchgeführt, das Umfeld des Passionsspielhauses im Jahr 1999 neu gestaltet, wobei hier insbesondere die Schaffung eines Fußgängerbereiches und die großflächige Entsiegelung bisheriger Park- und Straßenflächen zu nennen ist. Neben den baulichen Maßnahmen wurde auch eine Parkraumbewirtschaftung (wenige gebührenpflichtige Parkplätze im Zentrum, kostenlose Parkplätze in ausreichender Zahl außerhalb des Ortskerns) als Grundlage für eine weitere Verkehrsberuhigung und absolute Voraussetzung für den Betrieb eines Ortsbusses eingeführt (war nach Ende der Passionsspiele im Jahr 2000 geplant, wurde vom Gemeinderat aber leider mehrheitlich vor allem aus Kostengründen abgelehnt). Um unnötigen Park- und Zielsuchverkehr zu vermeiden, wurde ein Verkehrsleitsystem installiert: An den Ortseinfahrten und an den wichtigen Abzweigungen wurden große Hinweisschilder mit Park- und Zielinformationen angebracht. Schließlich wurden im Ortskern und in allen Wohngebieten Tempo-30-Zonen eingeführt. Zur Tempoverminderung gilt zudem mit wenigen Ausnahmen im gesamten Ortskern die Verkehrsregelung „Rechts vor Links“. Und durch die Aufhebung bestehender Einbahnstraßenregelungen sind jetzt nahezu alle Ziele im Ortszentrum ohne Umwege auf direktem Weg erreichbar.

Oberammergau hat das Glück, an das Schienennetz der Deutschen Bahn angebunden zu sein. Nicht zuletzt durch die Aktivitäten der Interessengemeinschaft zum Erhalt der Bahnstrecke Murnau - Oberammergau, die von der Gemeinde Oberammergau ins Leben gerufen wurde und der alle Anliegergemeinden angehören, konnte diese historische Bahnlinie (erste elektrifizierte Bahnstrecke Bayerns) bis heute erhalten werden. Seit 1994 ist die Linie an den „Werdenfelstakt“ (stündlicher Takt von 05.00 - 23.00 Uhr) angebunden, was zu einer erheblichen Verbesserung der Anbindung Oberammergaus an das Pendlerzentrum München und in die nähere Umgebung führte. Die Bahn wird unseren Gästen bereits im Vorfeld als interessante Anreise-Alternative zum Auto angeboten. Darüber hinaus haben sie im Rahmen des Pauschalangebots „Ferienschiene“ die Möglichkeit, den Zug bis Murnau und Garmisch-Partenkirchen zu benutzen.

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